AUSSTELLUNGEN > ARCHIVAUSSTELLUNGEN > ARCHIV

DIE ILLUSION IST ALLES – »Ich sehe was, was du nicht siehst«DIE ILLUSION IST ALLES – »Ich sehe was, was du nicht siehst«

»WortSpielZeuge« Hans Magnus Enzensberger
»Objets d’art« Reto Keppler & Hans Kern
»Bilder & Malstücke« Jan Peter Tripp

Die Trompe L’OEil, Preziosen und Wortspielmaschinen
dieser Ausstellung führen einem vor Augen, wie großartig
es ist, sich durch diese trügen zu lassen. Ist alles Illusion?

Unter dem Titel »Die Illusion ist alles« stellen Hans Magnus Enzensberger, das Künstlerduo Reto Keppler & Hans Kern und Jan Peter Tripp ihre Werke in der Galerie ABTART aus. Die Gemeinsamkeit der Arbeiten liegt in der Verwendung von Elementen des Trompe-l’œil, die mit den Sehgewohnheiten des Betrachters spielen und Momente der bewussten Täuschung hervorrufen. Zur Vernissage findet eine Diskussionsrunde mit den Künstlern in der Galerie ABTART statt, die von SWR-Moderatorin Susanne Kaufmann geleitet wird.

In dieser Ausstellung ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint: Jan Peter Tripps »Bilder & Malstücke« zeichnen sich zwar durch fotorealistische Darstellungen von Alltäglichem aus, doch was zunächst klar durchschaubar wirkt, besitzt häufig eine zweite Ebene. So liegt neben einem zersprungenen Ei das Bild von einem zersprungenen Ei oder eine Fotografie wurde in den Rahmen einer Schiefertafel geklemmt. Was ist hier Fiktion und was Realität? Jan Peter Tripp stiftet gezielt Verwirrung, bis der Betrachter nicht mehr einordnen kann, was »wirklich« ist.

Auch das Duo Reto Keppler & Hans Kern spielt mit der Idee, Illusionen rund um Alltägliches zu erschaffen. Die Beiden stellen mit ihren »Objets d’art« täuschend echte Miniaturen her. Dabei steht das Sujet in starkem Kontrast zum hochwertigen Material der Arbeiten. Was auf den ersten Blick wie banale Alltagsgegenstände und achtlos Beiseitegelegtes aussieht, besitzt einen Materialwert von mehreren Tausend Euro. Der Blickwinkel des Betrachters ändert sich durch diese Information, die Kategorien »wertvoll« und »wertlos« werden durcheinandergeworfen und lassen den Betrachter an seinen Überzeugungen zweifeln.

Der dritte Ansatz stammt von Hans Magnus Enzensberger, der beweist, dass man auch mit Worten Illusionen erzeugen kann. Aus seiner Lust mit der Sprache zu spielen, sind die »WortSpielZeuge« entstanden. Zu diesen interaktiven Kunstwerken gehört beispielsweise die Jalousie, deren aufgedruckter Text erst durch das Zuziehen lesbar wird, oder die Wortscheiben, an denen man drehen und damit immer neue Sprachgebilde formen kann. Diese »WortSpielZeuge« sind im wahrsten Sinne »Poesie zum Anfassen«.